Arbeitgeber mit Amnesie?

Bekommen die ersten kalte Füße?

Diese Meldung klingt wie ein schlechter Witz. Der »Arbeitgeberverband Pflege« sieht in den Pflegekammern wie sie in Bayern geplant sind, keinen Nutzen für die Problemlösung in der Pflege.

OK, das ist inhaltlich richtig. Für diese Feststellung braucht man allerdings keinen Unternehmerverband – gesunder Menschenverstand reicht da völlig. Politiker haben schließlich noch nie auf Kammern gehört. »Volksvertreter« sind nicht immer sehr hell in ihren Betrachtungen, aber einer Organisation, die ihnen ins Tagesgeschäft reinreden könnte, werden sie kaum eine gesetzliche Grundlage geben.

Interessant ist jedoch der Umstand, dass es genau die Arbeitgeber waren, die an den Pflegekammern so ein großes Interesse hatten. Wie kann man die Meinung der »Angestellten« besser kanalisieren, als sie in eine Zwangsorganisation zu stecken. Wie kann man den Gewerkschaften besser das Wasser abgraben, als den Pflegekräften die Kammern als etwas viel Nützlicheres zu verkaufen. Es gibt sogar genug kurzsichtige Pflegekräfte, die diese Ziele durch Unterstützung der Pflegekammern weitertragen.

Gab es da nicht eine große Klinikgruppe, die ihre Mitarbeiter/innen … sagen wir, gebeten hat, sich bei dieser ominösen »Registrierungsstelle für Pflegeberufe« anzumelden? Gibt es da nicht eine Reihe von Arbeitgebern, bis runter zu kleinen ambulanten Pflegediensten, die bei ihren Mitarbeitern Unterschriften zur Einrichtung einer Pflegekammer sammeln? Gibt es da nicht irgendwelche PDLs, die den eigene Mitarbeitern verbieten, kritisch über die Einrichtung von Pflegekammern zu sprechen. »Da werdet Ihr endlich mal unter Kontrolle gebracht …« (Die Betroffenen werden sich wiedererkennen.)

Irgendwie beschleicht einen da die Vermutung, das jetzt jemanden die Zivilcourage verlässt. Was absolut verständlich ist. Den wenn z.B. in Bayern die Zwangskammern eingeführt werden, so werden auch ca. 130.000 Zwangsbeitragsrechnungen verschickt. Da könnte es schon sein, das man etwas Angst vor den überschwänglichen Danksagungen aus der Belegschaft hat.

Das betrifft auch die Hauptinitiatoren. Zumindest wird dann manches dbfk-Mitglied sein Auto vorsorglich nicht auf dem allgemeinen Mitarbeiterparkplatz parken.

Es ist sicher nützlich, wenn man sich die Namen der dbfk-Mitglieder im eigenen Umfeld schon einmal aufschreibt.

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