Gescheiterte Pflegeverbände wollen per Gesetz an die Macht.

Jahrelang haben sich die Pflegeverbände abgemüht an Mitglieder zu kommen. Dabei scheint man aber irgendwie die Interessen der Pflegenden etwas außer Acht gelassen zu haben. Gegen den durchaus löblichen Einsatz eine Vertretung für eine Berufsgruppe einzurichten ist nichts zu sagen. Im Gegenteil, eigentlich ist dies sinnvoll. Dumm nur wenn man nicht in der Lage ist die Zielgruppe anzusprechen. Den meisten Pflegenden sind die Verbände nicht einmal namentlich bekannt. Insgesamt vertreten die Vielzahl der Verbände nur weniger als 2-3% der Pflegenden in Deutschland. Bedeutungslosigkeit ist hier eine freundliche Übertreibung. Über 97% habe gar kein Interesse von diesen Personen vertreten zu werden, sonst hätten sie sich längst um eine Mitgliedschaft oder Vertretung bemüht. Verständlich, ist eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft doch wesentlich nützlicher als in einem sog. Berufsverband. Eine Gewerkschaft hat vom Mitglied eine Auftrag und gibt eine entsprechende Leistung zurück. Insbesondere wenn es um die Situation am Arbeitsplatz, Rechtsfragen und natürlich beim Gehalt geht.

Die Frustration bei den selbsternannten Berufsstandvertretern ist natürlich groß. Warum will sich keiner als Pflegender freiwillig registrieren lassen? Warum will niemand dort Mitglied werden?
Demokratisch legitimierte Verbände und Vereine stehen im Wettbewerb. Daher können sie auch behaupten die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Wer sich nicht vertreten lässt hat eine Grund dafür. Sich nicht vertreten zu lassen ist auch ein Grundrecht in einer Demokratie. Demokratie ist nicht bequem.

Den Fehler in den eigenen Reihen zu suchen ist diesen Verbänden wohl nicht einfach genug. Kann es sein, dass in den Verbänden zu viele Pflegetheoretiker und Leitungsfunktionen sitzen? Praxisferne Personen die in erster Linie Papier umschichten und denen die aktiv Pflegenden im täglichen Berufsleben möglichst aus dem Weg gehen. Kann es sein, dass die Verbandsziele nicht klar definiert sind und als leere Worthülsen im Raum stehen, das ein Nutzen eines Verbandes nicht zu erkennen ist? Das die Vorteile für den einzelnen Pflegenden gegen Null tendieren? Unbequeme Fragen die natürlich am Image kratzen.

Und aus dieser Frustration erdreisten sich diese eigentlich gescheiterten und bei den Pflegenden erfolglosen Verbände nun die Betroffenen mit Gewalt in eine Zwangsorganisation zu nötigen und solche Selbstbedienungskonstrukte durch das Abpressen von Zwangsbeiträgen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: Der dumme und unmündige Pflegende muss zu seinem Glück gezwungen werden. Schließlich ist es ja die selbst ernannte Elite die in den Verbänden sitzt und als einzige die Weisheit besitzt. Da muss der Pöbel doch dankbar sein, wenn man das Denken übernimmt.

Wenn eine kleine Minderheit über eine große Mehrheit bestimmt, dann ist das eine Diktatur und keine Demokratie. Oder dreht sich die Welt jetzt in die andere Richtung?

Anm. Bei einer Sache musste ich Schmunzeln als ich diesen Text verfasst habe. »Gescheitert« und »Erfolglos« sind gute Attribute für Kernkompetenzen die zur Stellenbesetzung in einer Kammer befähigen.

… wird fortgesetzt

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